Kurz, aber anstrengend: Die Sondersession ist vorbei.Lieber Mitmensch, die Sondersession, die jedes Jahr stattfindet, ist eine Art «Get Shit Done»-Session: Sie dauert drei Tage statt der üblichen drei Wochen und ist offiziell dazu da, Geschäfte abzuarbeiten. Aus progressiver Sicht konnten wir innert kurzer Zeit viele Erfolge verbuchen, ich will dir unbedingt davon erzählen! 1. Es geht endlich vorwärts bei den Kitas Der Nationalrat hat einen Entwurf zum Kita-Gesetz verabschiedet. Dabei konnten wichtige Forderungen, welche der Ständerat gestrichen hatte, wieder aufgenommen werden. Leider geht das Gesetz noch lange nicht weit genug: Anträge der SP, welche forderten, dass die Kita-Kosten mehr gesenkt werden und dass die Arbeitsbedingungen verbessert werden, wurden abgelehnt. Das Gesetz macht aber einen wichtigen Fortschritt: So können Kitas in Zukunft mehr gefördert werden. Das Geschäft geht nochmals in den Ständerat. 2. Mehr Rechte für Menschen mit Behinderungen Wusstest du, dass in der Schweiz über 16’000 Personen wegen «Geisteskrankheit oder Geistesschwäche» nicht wählen und abstimmen dürfen? So steht das heute in der Verfassung (wtf, oder?). Jetzt hat der Nationalrat einer Motion zugestimmt, welche das ändern möchte: Der Vorstoss fordert, dass der Bundesrat diesen Satz aus der Verfassung streicht. Einzig die SVP-Fraktion (und 5 Mitglieder der FDP) stimmten dagegen. Auch dieses Geschäft geht an den Ständerat. Dass es überhaupt zu diesem Vorstoss gekommen ist, hat das unermüdliche Engagement von Aktivist*innen für Behindertenrechte wie meinem Kollegen Islam Alijaj erreicht. Danke für den Einsatz. 💜 3. Eine Absage an Queerfeindlichkeit Wir diskutierten in dieser Sondersession einen Vorstoss von Jean-Luc Addor, einem SVP-Nationalrat aus dem Wallis, welcher schon wegen «Rassendiskriminierung» verurteilt wurde. Er forderte, dass Bibliotheken, welche Lesungen mit Drag Queens organisieren, in Zukunft kein Geld mehr vom Bund erhalten sollen – obwohl sie gar kein Geld vom Bund erhalten. Der Bundesrat hat ihm das schon mehrfach erklärt, trotzdem hat Addor den Vorstoss eingereicht, weil er behauptet hat, dass diese Lesungen Kindern gefährden. Zum Glück hat der Rat die Motion klar abgelehnt. Die meisten dieser Lesungen finden allerdings eh nicht mehr statt – nicht, weil Drag Künstler*innen Kinder gefährden, sondern wegen rechter Angriffe auf die Anlässe. Diese Erfolge tun gut. Und sie zeigen: Auch in einem Parlament mit rechter Mehrheit haben fortschrittliche Anliegen eine Chance – wenn wir dranbleiben! Apropos Dranbleiben: Schon in wenigen Wochen beginnt die Sommersession. Ich freu mich schon, dir wieder davon zu erzählen. Herz, ![]() ![]() Copyright © 2025 Rosa Briefe. All rights reserved. Willst du mir Post schicken? Meine Adresse lautet: |